
8008. Nachwort
Dieses "Kleine lila Notizbuch darüber, wie man diesem Universum entkommt"
wurde nicht für
jene geschrieben,
die entkommen wollen
vom Traum genannt Welt.
Es wurde für jene
geschrieben, die zu erkennen begannen:
Diese Welt ist nur
ein Traum.
Es mag viele Wege zurück
zum Ursprung geben,
viele Wege nach Haus:
doch alle Wege führen
durch die Welt
und keiner direkt
hinaus.
Vor dem transzendent werden muß Umarmung sein.
Vor dem Umarmen muß man sich selbst aufgeben.
Doch kann man das nicht in eine Richtung tun, die man nicht kennt.
Vor dem Erkennen gibt es immer noch das Überraschtsein.
Überraschtsein,
das dann auftaucht,
wenn jemand sich bemüht,
die Welt so wahrzunehmen,
wie sie wirklich ist -
nicht wie sie erscheint.
"Realität ist
das, was du siehst!"
sagt der blinde Mann
und fragt nach einer
Münze
vom Wanderer,
der keinen Namen für
sein Ziel hat.
Rückblickend -
dieser Reisende fühlt
sich von sich selbst betrogen.
Vorwärts blickend
sieht er den Berg
dazwischen.
Nach links sehend -
erblickt er den dicken
Mann in seinem Stolz ertrinken.
Zur Rechten
fallen die Scheuen
nach unten.
Vorwärts gehend
sieht er keinen Boden.
Rückwärts
gehend
erstarrt er wieder.
"Bin ich der Einzige?"
fragt er verzweifelt.
Und plötzlich,
als der Traum zerfällt,
braucht er einen Freund.
Was Sinn zu machen
schien
sieht jetzt aus wie
Verrücktheit.
Wo nichts war,
dort ist jetzt alles.
Und wo alles war
ist nichts mehr übrig.
Gutes wird zu Bösem,
was hässlich
erschien erfreut sein Herz.
Neue Welten erscheinen
während die alten
verblassen.
"Welches Meer?"
fragt der Frosch im
Tümpel.
"Weisst du es nicht,
Wanderer,
es gibt nichts Jenseitiges!"
"Wem soll ich vertrauen?"
wundert sich der Reisende
und sieht umher:
"Jene, die nicht weise
sind,
schreien am lautesten.
Doch die Weisen kommen
nie,
sie sind schon längst
gegangen.
Jene, die behaupten,
daß nur sie
wüssten,
wollen alle mein Geld
und meine Seele.
Jene, die jedermanns
Wahrheit zustimmen,
werden wahrscheinlich
verlieren.
Heißt es so oder
nennt es sich anders?
Welche Gestalt hat
es? Was kostet es?"
Und den Wanderer herumstolpern
sehend
nähert sich Gott
Brahma Sahampati jenem,
der gerade aufgewacht
war.
Ihm wird er sagen - noch einmal:
"Es gibt einige wenige
Wesen,
die nahe von Klarheit
geboren wurden.
Wenn sie dich nicht
hören,
werden sie wieder
straucheln.
Diese wenigen, sie
könnten verstehen."
Dann, manchmal -
trotz allen Lärms
und aller Last,
mag jemand, der den
ganzen Weg
gegangen ist, zustimmen:
"So sei es dann, lasst uns das Rad jetzt drehen!"
Und so geschieht es,
dass gelegentlich jemand,
der gerade erwachte
und noch nicht ganz fort war,
anfängt, das
Wort an die wenigen weiterzugeben,
die es verstehen könnten.
Und dieser Jemand mag
alt sein
oder er mag ein Kind
sein.
Er mag ein Mann sein oder eine Frau.
Er mag reich sein oder
auch arm,
von diesem Teil der
Welt oder einer anderen.
Dieser Jemand mag hebräisch
sprechen
oder auch Sanskrit.
Doch welche Worte er
auch benutzt,
er wird sagen, daß
die Worte nur Hinweise sind,
und daß sie
in sich selbst nichts bedeuten.
Er wird zum Wanderer sagen:"Komm und sieh!"
Er wird ihn drängen, nichts zu glauben.
Er wird ihm sagen,
daß er nur - und dies immer -
auf sich vertrauen
muß, wenn er seinen
Weg nach Hause finden
möchte.
Er wird sagen: "Dies war mein Weg - nun finde deinen eigenen!"
Dieses dann nennt sich seit Äonen "Das Drehen des Rads."
Es ist dieses Bild,
das die Hilfe versinnbildlicht,
wenn der unwiderrufliche
Weg zur Quelle betreten wird.
Und darum geht es in
dem "Kleinen lila Notizbuch darüber,
wie man dieses Universum
entkommt".
Es ist nicht dazu da,
für den "einzigen und alleinigen Weg
zu werben".
Es ist kein Ratgeber, um reich und berühmt
zu werden. Es ist
nicht dazu da, um Macht über andere
und die Natur zu erreichen.
Es ist nicht dazu da, um einige
neue Theorien einigen
alten einfach hinzuzufügen. Es ist nicht
dazu da, um eine Gemeinschaft
zu gründen - leider nicht!
Und es ist nicht dazu
da, um Geld zu machen.
Es ist nur dazu da,
um mitzuhelfen, das "Rad zu drehen" -
für die wenigen,
die den Mut haben, die Welt so zu sehen,
wie sie ist und wie
sie nicht ist.
Welchen Weg du auch
gehen magst, mein lieber Leser,
mögest du ankommen!