Eine der grundlegendsten Fragen des Lebens, des Universums und allem kann als das Konzept des Begriffs „Ziel“ bezeichnet werden.
In gewisser Hinsicht könnte es als die grundlegendste Frage von allem bezeichnet werden und ist sicherlich der zentrale Punkt bei jeder Kontemplation über jede Art von Thema.
Viele Bücher sind darüber geschrieben worden, wie man es erreicht. Einige der Methoden funktionieren manchmal, manchmal jedoch nicht. Und oft ist das Ergebnis das Gegenteil.
Fast alle dieser Theorien versagen in erster Linie beim Differenzieren der Zusammensetzung eines „Ziels“, um sich letztendlich im Kreise zu drehen und sich in selbst-verteidigende oder pseudo-funktionierende Strategien zu verwickeln.
Die Zusammensetzung eines Ziels ist so offensichtlich, daß man sich leicht von der Stärke ihrer Struktur täuschen läßt. Man ist versucht, fortzusetzen, ohne weiter hinzusehen.
Das überrascht nicht, wenn man bedenkt, dass sich ein Großteil, wenn nicht sogar der gesamte „Fall“ eines menschlichen Wesens aus den Verwirrungen und dem Versagen bei Zielen zusammensetzt.
Um die tiefere Zusammensetzung eines Ziels anzusehen ist es erforderlich, seinen eigenen „Fall“ anzusehen – etwas, das das Wesen seit Äonen zurückgewiesen oder nicht gewagt hat.
Einer der sehr wenigen, der je die Wichtigkeit der Struktur eines „Ziels“ entdeckte, war der indische Philosoph Patanjali – einer der größten Denker der uns bekannten Geschichte der Menschheit.
Wie auch immer, da die Fähigkeit des Erkennens der Struktur eines „Ziels“ so immens wichtig und auch so erschreckend einfach ist, lehnte er es ab, entscheidende Details seiner Entdeckungen mit anderen zu teilen – aus Furcht, das Wissen könnte von bösen Personen missbraucht werden.
Er hinterließ jedoch genügend Anhaltspunkte; und das Gebiet wird sehr viel klarer, nachdem man seine Entdeckungen über das „Gunas“-Prinzip studiert hat – ein Aspekt, der in dem Kapitel „Grundlegende Axiome: Eine moderne Sicht des Gunas-Prinzips“ grob beschrieben wurde.
Die Grundstruktur eines „Ziels“ ist jedenfalls so extrem einfach und gerade durch diese Einfachheit bleibt sie ständig unentdeckt und wird falsch angewandt.
Es gibt zwei Teile bei einem „Ziel“:
· das Ziel; das „Ding“, das erreicht werden soll;
und
· die Absicht eines Wesens, das Ziel zu verfolgen (der „Wille“ oder
die „Absicht“).
DAS VERSAGEN, ZWISCHEN „ABSICHT“ UND „ZIEL“
ZU UNTERSCHEIDEN, WIRD IMMER ZUFÄLLIGE ERGEBNISSE ERZEUGEN UND WIRD FESTSTECKENDE AUFMERKSAMKEIT ERSCHAFFEN.
Diese anscheinend einfache Behauptung liegt seit unzähligen Zeiten am Grunde der Probleme der Menschheit.
Dieses sollte nicht unterschätzt werden und ist daher in Großbuchstaben geschrieben.
Um aufzuzeigen wie unerkannt dieses offensichtliche Verhältnis heutzutage ist, lasst uns einen Blick in ein Wörterbuch werfen:
Merriam-Webster WWWebster Dictionary (Webster-Wörterbuch)
(Auszug)
Ziel:
Etymologie: Mittelenglisch „gol“: Grenze, Endpunkt ...
1a : Der Endpunkt eines Wettlaufs
1b: bei Kinderspielen ein Gebiet, das sicher erreicht wird
2: der Endpunkt, in dessen Richtung Anstrengung geht: ZIELEN AUF
3a: ein Gebiet oder eine Sache, wobei Spieler sich bemühen, einen Ball
oder Puck zu befördern, und in das er oder durch das er gewöhnlich
gehen muss, um Punkte zu erreichen.
3a: der Akt oder die Aktion zu verursachen, dass ein Ball oder Puck
durch oder in ein solches Ziel (Tor) geht
3c: der Torschuss, der sich aus solch einem Akt ergibt
Synonym siehe ABSICHT.
(Auszugsende)
(Bemerkung des Übersetzers: Im deutschen Wörterbuch Wahrig ist „Absicht“ kein Synonym sondern wird als Definition von „Ziel“ angegeben.)
Während die ursprüngliche Bedeutung von „Ziel“ wortwörtlich eine räumliche Definition ist, definiert es das Wörterbuch auch als „Aktion“ und als ein „Tor“, bevor „Absicht“ als Synonym angegeben wird.
Dieses Beispiel demonstriert ein wenig den Grad des Zusammenbruchs der konzeptionellen Gebiete, die mit dem Begriff „Ziel“ assoziiert werden.
Noch einmal: wenn „Absicht“ und „Ziel“ NICHT getrennt werden, wird die Kraft der Absicht gelähmt, und die Ergebnisse solcher Lähmung sind zufällig.
Diese Erkenntnis kann mehrfach benutzt werden:
- neue „Ziele“ auf eine Weise zu erschaffen, dass das Endziel
verlässlich erreicht wird. Aus Hochschätzung und Respekt
gegenüber Patanjali wird die Antwort – obwohl aufgrund der
hier gegebenen Informationen klar erkennbar – hier nicht
nicht ausgesprochen.
- das Erschaffen der Strukturen von Ziel/Absicht (oder „Zielen“)
der Vergangenheit zu analysieren.
- Verwirrungen über frühere Ziele (die natürlich der größte Teil
des gesamten „Falls“ sind) aufzulösen.
Lasst uns mit dem Analysieren von früheren Zielen anfangen.
Dieses geschah und geschieht in folgenden Schritten:
1. wähle ein Objekt oder einen Zustand als Ziel („zu Erreichendes“). (Anmerkung: Es scheint, dass es absolut nicht
wichtig ist, wie dieses Objekt oder dieser Zustand beschaffen ist.)
2. finde etwas in diesem Objekt oder Zustand, das mit den
individuellen „Grundaxiomen“ übereinstimmt.
3. TU SO ALS OB diese Eigenschaft oder Qualität nicht erreicht
werden kann. (Bemerkung: Dieses ist die Lüge, die die
Konstruktion am Platz hält.)
4. erschaffe eine Energie von Absicht, die das Ziel antreibt.
5. lehne dich zurück und beobachte, wie sich das Schauspiel
entfaltet.
Noch einmal: Wenn die Kraft der „Absicht“ mit dem „Ziel“ kollabiert, wird keine Bewegung in Richtung des Ziels möglich sein. Wie bei dem Kurzschluss einer Batterie: keine Kraft oder Aktion kann erzeugt werden.
Wie bei einer Batterie: die beiden Pole „Absicht“ und „Ziel“ MÜSSEN auseinander gehalten werden, um Strom zu erzeugen.
Nun, was passiert, wenn ein Wesen beides miteinander verwechselt?
Dort, wo die beiden ursprünglichen Pole gewesen sind, verbleibt eine mentale Masse. Diese „Ladung“ verbleibt, bis das Wesen ursprüngliche Absicht und Ziel klärt. Zwischenzeitlich ist die Konzentration (Zentrierung) des Wesens auf diese Ladung fixiert, aber das Wesen ist gleichzeitig nicht gewillt, sie zu überprüfen.
Wie kann ein kollabiertes Ziel wieder hergestellt oder gelöst werden?
Hier sind einige historische Beispiele von Lösungen und Pseudo-Lösungen:
- unterscheiden zwischen Ziel, Absicht und Wesenskern
(Patanjalis Methode, das „Gunas“-Prinzip zu benutzen)
- einen der Pole zu überladen, um die Kraft auszubluten.
(Beispiele: „Raja-Yoga“, um die Kraft der Absicht zu
überladen, und „Bhakti-Yoga“, um das beabsichtigte
Ziel zu „unterladen“, das heißt, das ursprüngliche Ziel
vollkommen aufzugeben.)
- Die Absicht unterdrücken und die ursprüngliche Lüge
der Eigenschaften des Ziels ausfindig machen. (Dies
ist die ursprüngliche buddhistische Methode. Wenn dieses
nur teilweise gemacht wird, ist es eine sehr gefährliche
Methode, weil die Absicht, wenn sie nicht unterdrückt worden
ist, bevor sie ausgeblutet ist, in voller Kraft wieder erschaffen
wird, wenn das Ziel nicht gleichzeitig aufgelöst ist.)
- Wenigstens einen Teil der Lüge des Ziels herausfinden.
(Gendlins „Zentrierungs“-Theorie bezieht ihre Kraft hiervon.
Seine Technik ist eine der wenigen Prozess-Sequenzen
(„rundowns“), die Zugang zur akademischen Hauptrichtung
gefunden haben. Natürlich ist dieses nicht die Antwort zu
allem – trotz seiner Behauptungen.)
- die gesamte Konstruktion vollkommen außer Sichtweite
bringen. Dieses ist die gefährlichste Methode, die in einigen
New-Age-Gruppen üblich ist. Die dem Blick der Person
verborgene Ladung wird sich im Laufe der Zeit nicht
verringern, wie angenommen wird. Unweigerlich wird
das Wesen eines Tages das Gebiet, wo es die geladenen
Konstruktionen „verstaut“ hat, wieder ansehen und dann
mit aller Stärke davon getroffen werden.
- Die ursprüngliche Absicht wieder herstellen, indem ein damit
verbundener Zweck mit eingebunden wird. Die starke Absicht
auf den positiven Pol kann wie eine vorübergehende Trennung
der Pole fungieren. Funktioniert ganz wunderbar, aber eben nur
vorübergehend.
Vieles könnte über dieses Gebiet geschrieben werden. Anstatt jedoch darüber zu theoretisieren, ist es viel brauchbarer, einen Prozess zu benutzen, der die Trennung der Pole bewirkt.
Das Problem von früheren verfehlten Zielen durchzieht den gesamten „Fall“ eines Wesens – vom „tiefsten“ bis zum „höchsten“ Niveau. Letzteres wird einige Hindernisse zutagebringen, wie Hochmut, was Konstruktionen am Platz hält und viele gute Anstrengungen entgleisen lassen. Auf solch „hohen Stufen“ können Prozesse, die das Wesen veranlassen, „über Dinge und Gebiete „Verursachung“ „anzunehmen“, dazu beitragen, große Ansammlungen von verfehlten Ziel-konstruktionen in großen Mengen auseinanderzuziehen.
Als Nebeneffekt von solchen Prozessen wird das Wesen zukünftig in der Lage sein, neue „Ziele“ so zu konstruieren, dass die Pole einander nicht blockieren.
Letztendlich sollte das Wesen fähig sein, die „Mohrrübenköder-Konstruktion“ von vergangenen Zielen loszulassen und Dinge „direkt“ zu verursachen.
Als ein wichtiges Beispiel: Solange ein Wesen das Ziel hat, „diesem Universum zu entkommen“, wird das Wesen dieses nicht tun können.
Wenn man nun sagen würde, dass man, „um das Universum zu verlassen“, nicht das „Ziel“ haben sollte, es zu verlassen, wäre das natürlich eine teilweise Wahrheit – es könnte ein Wesen weiter verwirren.
Stattdessen mag es viel besser sein, den Prozess der aktiven Trennung von „Absicht“ und „Ziel“ als eine der wichtigsten Aktionen, die stattfinden können, zu unterstützen.
Mit anderen Worten: eher Aktionen als Worte.